Die Renten in Deutschland unterscheiden sich weiterhin deutlich zwischen Männern und Frauen. Neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen, wie hoch die monatlichen Altersbezüge Ende 2025 tatsächlich waren und in welchen Bereichen sich die Unterschiede besonders deutlich zeigen.
Gleichzeitig gibt es eine Entwicklung, die auf den ersten Blick positiv wirkt: Sehr niedrige Renten werden seltener, während der Anteil höherer Altersbezüge zunimmt. Besonders groß bleiben die Unterschiede jedoch bei den durchschnittlichen Rentenzahlbeträgen und bei Menschen mit langen Versicherungszeiten.
Der Text geht unter der Werbung weiter.
Fast jede zweite Frau erhält weniger als 900 Euro
Ende 2025 erhielten 44,85 Prozent der Frauen in Deutschland weniger als 900 Euro monatlich. Bei den Männern lag dieser Anteil bei 23,9 Prozent.
Damit bekam fast jede zweite Rentnerin weniger als 900 Euro. Allerdings bedeutet ein niedriger Rentenzahlbetrag nicht automatisch, dass die betreffende Person von Altersarmut betroffen ist.
Der Text geht unter der Werbung weiter.
Bei einem Teil der Versicherten kommen beispielsweise nur wenige Versicherungsjahre zusammen. Auch andere Alterssicherungssysteme können eine Rolle spielen.
Gegenüber dem Vorjahr ist der Anteil der Menschen mit sehr niedrigen Renten dennoch zurückgegangen. Bei den Frauen sank er von 47,23 auf 44,85 Prozent. Bei den Männern ging der Anteil von 24,52 auf 23,9 Prozent zurück.
Durchschnittsrente liegt bei Männern deutlich höher
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Blick auf die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge.
Männer erhielten Ende 2025 im Durchschnitt 1.449 Euro monatlich. Bei Frauen waren es dagegen 994 Euro.
Der Text geht unter der Werbung weiter.
Damit lag die durchschnittliche monatliche Zahlung bei Frauen um rund 455 Euro niedriger als bei Männern.
Die Unterschiede hängen unter anderem mit den Erwerbsbiografien zusammen. Teilzeitarbeit, längere Unterbrechungen der Beschäftigung und unterschiedliche Einkommen während des Berufslebens wirken sich auf die späteren Rentenansprüche aus.
Auch die Dauer der Beitragszahlung spielt eine zentrale Rolle. Wer über viele Jahre hinweg höhere Beiträge einzahlt, sammelt grundsätzlich mehr Entgeltpunkte und kann dadurch einen höheren Rentenanspruch erreichen.
Höhere Renten werden häufiger
Neben den niedrigen Renten gibt es auch bei den höheren Altersbezügen eine interessante Entwicklung.
Ende 2025 erhielten 25,65 Prozent der Männer mindestens 1.950 Euro netto vor Steuern. Ein Jahr zuvor waren es 22,84 Prozent.
Bei den Frauen stieg der Anteil ebenfalls. Während 2024 rund 3,94 Prozent mindestens 1.950 Euro erhielten, waren es Ende 2025 bereits 4,99 Prozent.
Damit zeigt sich eine Verschiebung innerhalb der Rentenverteilung. Sehr niedrige Renten werden zwar weiterhin von einem großen Teil der Frauen bezogen, gleichzeitig steigt aber auch der Anteil derjenigen mit höheren Altersbezügen.
Wer 35 Versicherungsjahre erreicht
Ein Blick auf Menschen mit besonders langen Versicherungszeiten zeigt, wie stark sich die Rentenhöhe verändern kann.
Wer mindestens 35 Versicherungsjahre vorweisen konnte, erhielt Ende 2025 durchschnittlich 1.573 Euro monatlich als Mann. Frauen kamen in dieser Gruppe auf durchschnittlich 1.074 Euro.

Damit lagen die durchschnittlichen Zahlbeträge bei langjährig Versicherten deutlich über dem allgemeinen Durchschnitt.
Noch höher fallen die Beträge bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte aus. Dafür sind grundsätzlich 45 Versicherungsjahre erforderlich. Diese Form der Altersrente wird umgangssprachlich häufig weiterhin als „Rente mit 63“ bezeichnet.
Männer erhielten in dieser Gruppe Ende 2025 durchschnittlich 1.866 Euro, Frauen 1.481 Euro.
Was hinter den Unterschieden steckt
Die Zahlen machen deutlich, dass die Höhe der gesetzlichen Rente stark von der persönlichen Erwerbsbiografie abhängt.
Wer über Jahrzehnte sozialversicherungspflichtig beschäftigt war und vergleichsweise hohe Einkommen erzielt hat, verfügt normalerweise über deutlich höhere Rentenansprüche als jemand mit wenigen Beitragsjahren oder langen Phasen mit geringem Einkommen.
Bei Frauen spielen dabei insbesondere unterschiedliche Erwerbsverläufe eine Rolle. Familienbedingte Auszeiten und Teilzeitbeschäftigung können die Zahl der erworbenen Rentenpunkte reduzieren.
Das bedeutet gleichzeitig, dass die Durchschnittswerte nicht die finanzielle Situation jedes einzelnen Rentners oder jeder Rentnerin abbilden. Zusätzliche private oder betriebliche Altersvorsorge sowie weitere Einkommen können die tatsächliche finanzielle Situation im Ruhestand verändern.
Wie hoch die maximale gesetzliche Rente sein kann
Auch bei den höchsten Renten gibt es eine klare Grenze.
Seit Juli 2026 liegt die rechnerische Höchstrente bei rund 3.742 Euro brutto im Monat. Dafür müssen Versicherte 45 Jahre lang jeweils mindestens bis zur geltenden Beitragsbemessungsgrenze verdient und entsprechend Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.
Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2026 bei 8.450 Euro brutto im Monat. Einkommen oberhalb dieser Grenze wird bei der Berechnung der gesetzlichen Rentenbeiträge nicht zusätzlich berücksichtigt.
Die theoretische Höchstrente ist deshalb nur für einen vergleichsweise kleinen Teil der Versicherten erreichbar.
Die Rentendebatte dürfte weitergehen
Die neuen Zahlen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Zukunft der gesetzlichen Rente politisch intensiv diskutiert wird. Fragen zur Finanzierung, zum Renteneintrittsalter und zu den unterschiedlichen Belastungen der Generationen stehen dabei im Mittelpunkt.
Besonders relevant ist die Frage, wie das System langfristig finanziert werden kann, wenn sich das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern verändert.
Für viele Menschen ist deshalb nicht nur die heutige durchschnittliche Rentenhöhe entscheidend. Ebenso wichtig ist, welche Regeln künftig gelten und wie sich die eigenen Ansprüche über das Berufsleben entwickeln.
Die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung zeigen dabei vor allem eines: Zwischen den Renten verschiedener Gruppen bestehen weiterhin erhebliche Unterschiede. Gleichzeitig steigt der Anteil höherer Renten, während sehr niedrige Rentenzahlbeträge etwas seltener werden.
Folgen Sie 24 Stunden Aktuell
Die neuesten Nachrichten direkt auf Ihrem Facebook-Feed.